2. Liga - Saison 2008 / 2

Es ist vollbracht... Die längste zweite Liga aller Zeiten ist beendet

Werte Trainergilde,

als beste zweite Liga aller Zeiten habe ich seinerzeit diese Spielrunde angekündigt. Nun, es ist die längste zweite Liga aller Zeiten geworden. Doch nun ist es vollbracht. Die letzten fünf Spieltage sind ohne NMR abgelaufen und gehen als Spieltage der unmöglichen Ergebnisse wohl in die Geschichte ein.

Doch zunächst gilt es, Glückwünsche loszuwerden an die drei Aufsteiger: Einracht Frankfurt, Willem II und die Glasgow Rangers. Diese drei Klubs versuchen in der kommenden Saison ihr Glück in der ersten Liga.

Vor allem das Spitzenduo hat sich ganz souverän durchgesetzt. Meistertrainer Ahmet Alagün stand mit seinen Frankfurtern seit dem 11. Spieltag ununterbrochen auf einem Aufstiegsplatz und lieferte an den letzten fünf Spieltagen eine wahrhaft meisterliche Leistung ab: Fünf Spiele, fünf Siege und dabei erzielte er ein sagenhaftes Torverhältnis von 26:6 Toren. Unter anderem führte er die Einracht zu einem 4:0 gegen den VfB Stuttgart, zu einem 5:0 gegen Elche und zu einem 8:0 gegen Celta Vigo. Knapp wurde es nur beim 7:6 gegen Eintracht Braunschweig.

Arne Senftlebens Niederländer von Willem II standen in der abgelaufenen Saison sogar an 33 von 34 Spieltagen auf einem Aufstiegsplatz. Lediglich am 12. Spieltag rutschte er kurzzeitig auf den vierten Rang ab. Am Ende ging den Käserollern zwar etwas die Luft aus, aber neun Punkte aus den letzten fünf Spielen - darunter ein 11:4-Sieg über Schalke 04 - reichten schließlich für die Vizemeisterschaft und den direkten Wiederaufstieg.

Mit zwölf Punkten aus den letzten fünf Spielen sicherten sich schließlich die Glasgow Rangers den letzten Aufstiegsplatz souverän. Am Ende hatte Trainer Marcel Vengels einen beruhigenden Vorsprung von vier Punkten auf Rang 4. Dazu verhalfen ihm unter anderem zwei 7:0-Siege gegen den VfB Stuttgart, womit Vengels sogar einen direkten Aufstiegskonkurrenten deutlich distanzieren konnte, und gegen Eintracht Braunschweig. Da fiel auch die 0:11-Klatsche gegen den SC Freiburg am 31. Spieltag nicht weiter ins Gewicht.

Die Verfolger Racing Straßbourg und der VfB Stuttgart hatten schließlich keine Chance auf den Aufstieg mehr, obwohl vor allem die Straßbourger Jungs von Coach Niels van Remmerden mit vier Siegen aus den letzten fünf Spielen und 19 geschossenen Toren - darunter zwei 6:0-Siege gegen Celta Vigo und Arminia Bielefeld - noch eine gehörige Aufholjagd hinlegten: Vom 10. Tabellenplatz am 27. Spieltag kletterten die Franzosen noch auf Rang 4 vor den Schwaben vom VfB Stuttgart. Das Team vonn Felix Hübner hatte am Schluss einfach nichts mehr zuzusetzen. Neun Tore reichten gerade mal zu sechs Punkten aus den letzten fünf Spielen und Rang 5 in der Abschlusstabelle.

Weitaus spannender als das Aufstiegsrennen war der Abstiegskampf. Zwischen Rang 10 und dem ersten Abstiegsrang lagen am Ende nur vier Punkte. Auch hier gilt es Glückwünsche auszusprechen an die Teams, die dem Abstieg in die dritte Liga so gerade noch entkommen sind. Dieses Kunststück schafften mit jeweils einem Punkt Vorsprung der SC Freiburg, Bodö-Glimt und Benfica Lissabon. Das bedeutet aber auch, dass wir uns von Celta Vigo, Schalke 04 und dem 1.FC Kaiserslautern verabschieden müssen. Diese Teams steigen in die dritte Liga ab.

René Chaineux´ Freiburger sicherten sich den Klassenerhalt durch zwei Siege gegen spätere Aufsteiger und einen gegen einen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf. So deklassierten die Breisgau-Brasilianer die Glasgow Rangers mit 11:0 und besiegten auch den Vizemeister Willem II mit 1:0. Hinzu kam noch das 3:1 gegen den 1.FC Kaiserslautern, dass die Pfälzer in den Abgrund schoss.

Besonders bemerkenswert ist die Leistung von Bodö-Glimt. Die von Stefan Unger trainierten Norweger sahen nach dem 29. Spieltag schon wie sichere Absteiger aus. Doch der erfolgreiche Protest gegen den NMR erwies sich schließlich als überlebensnotwendig. So musste Unger an den letzten fünf Spieltagen keine Niederlage mehr hinnehmen, brachte gegen Schalke und dem RCD Mallorca jeweils Unentschieden über die Zeit und schoss sich mit einem 7:4 gegen Benfica Lissabon am letzten Spieltag von den Abstiegsplätzen.

Die Portugiesen hingegen gerieten nicht nur durch das 4:7 noch arg in Bedrängnis. 5:6 gegen den MSV Duisburg, 0:4 gegen Celta Vigo und sogar 0:6 gegen Arminia Bielefeld gingen die Jungs von Hanno Land unter. Lediglich das 4:3 gegen Elche am 30. Spieltag rettete Benfica den Hals.

Das schafften Julia Kitz und ihre stolzen Spanier von Celta Vigo schließlich nicht mehr. Das erwähnte 4:0 gegen Benfica Lissabon sollte der einzige Sieg an den letzten fünf Spieltagen sein. Wenn Kitz beim 5:6 gegen Celtic Glasgow auch etwas Pech hatte, waren die übrigen Ergebnisse doch eindeutig: 0:4 gegen Mallorca, 0:6 gegen Straßbourg und 0:8 gegen Meister Frankfurt. Drei Jahre nach dem Abstieg aus der ersten Liga muss Celta Vigo nun noch eine Etage weiter runter.

Mitunter desaströs war auch das Auftreten von Marco Heinzes Schalkern. Die Knappen wurden nach dem Abstieg aus Liga 1 im vergangenen Jahr sogar in die dritte Liga durchgereicht. Zwar ergatterte man an den letzten fünf Spielen noch fünf Punkte und erzielte 14 Tore, aber die Abwehrleistung war katastrophal: Sechs Gegentore beim 6:6 gegen Kaiserslautern, deren 11 sogar beim 4:11 gegen Willem II und beim 0:11 gegen Mallorca, das ist für die zweite Liga zu wenig. 103 Gegentore in 34 Saisonspielen sprechen eine deutliche Sprache.

Lag zwischen Freiburg auf Platz 13 und Schalke auf Rang 17 nur ein einziger Punkt, so ist der Abstand zum Tabellenletzten dann doch etwas größer: Dem 1.FC Kaiserslautern fehlten am Ende fünf Punkte auf das rettende Ufer. Der Abstieg ist wohl die logische Konsequenz nach einer chaotischen Saison. Trainer Michael Turzer trat zu vier Spielen einfach nicht an, wurde schließlich entlassen, um nach erfolgloser Trainersuche des Vereinsvorstands doch wieder eingestellt zu werden. Immerhin verabschiedete er sich mit vier Punkten aus den letzten fünf Spielen und einem ordentlichen Torverhältnis von 10:11 anständig aus der Liga.

Allen Aufsteigern, aber auch den Absteigern wünsche ich viel Glück in der neuen Liga und bedanke mich fürs Mitspielen in meiner ersten Saison als Ligaleiter. Gegen Ende ging es zwar etwas drunter und drüber, was schließlich auch zur langen Ligadauer geführt hat, aber ich hoffe dennoch, dass ich die Liga einigermaßen mit Anstand über die Bühne gebracht habe.

Bis zur nächsten Saison also, holger

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