1. Liga - Saison 2011 / 2

Und so nimmt alles sein Ende:

Der neue Meister der Liga42 ist ein alter Bekannter. Stefan Unger lehrt ein weiteres Mal die Liga, wie es wirklich funktioniert. Eine ganze Halbserie hielt er sich vornehm zurück, tat was nötig war, um stets den Platz an der Sonne noch ahnen zu können. Bis zum 11. Spieltag. Dann begann die Leistungsexplosion und eine Serie von 15 Spielen ohne Niederlage begann. Darin nur ein einziges Unentschieden. Der Lohn dieser Leistung war der Sprung an die Tabellenspitze am 20. Spieltag. Und diese Spitze gab er dann auch zu keinem Zeitpunkt mehr her. Er hat es drauf, dieser kleine, dicke, blonde Junge… Er spielt seit 5 Saisons 1. Liga und hat in diesen Jahren nie eine schlechtere Platzierung als 2 hingelegt. Mit dieser Statistik ist er nun endgültig angekommen im Kreis der ganz großen Trainer und muss im selben Atemzug wie Friedrich, Ohage, Buschmann, Gävert oder Oschmiansky genannt werden. Und es steht zu befürchten, dass er nicht satt ist… Der kleine Dicke…

Auf Platz 2 findet sich Burger ein, der Hubert. Vizemeister, wie bereits zweimal zuvor in 2009. Undankbar, aber dennoch ein außerordentlich respektables Ergebnis. Gerade zum Schluss war er der Letzte, von dem noch angenommen werden durfte, Unger gefährlich zu werden. Gereicht hat es nicht, es fehlte nicht viel. Seine Saison war gekennzeichnet von einem steten Mitspielen um die Tabellenführung. Insofern dürfen sich berechtigte Hoffnungen gemacht werden, dass er nun eine Konstanz gefunden hat, die es in der nächsten Saison zu bestätigen gilt um einen neuen Angriff zu wagen. Denn dieses Vizemeistertum ist auf Dauer auch nicht das Wahre. Das weiß man auch rechtsrheinisch. ;)

Auf der Alm, irgendwo an der A2… im ostwestfälischen Land, dort scheint man sich ein Abonnement eingerichtet zu haben. Platz 3. Damit ist die „Titelverteidigung“ gelungen und erstmalig schafft eine Mannschaft 3 Mal infolge Platz 3 in Liga 1 zu erreichen. Aber wie ist das zu bewerten? Rudorf hat sich seit Saison 2008/3 noch nie verschlechtert, im Vergleich zur jeweiligen Vorsaison. Das zeugt von zutiefst solider Arbeit. Aber nun auch ein wenig von Stagnation, auf hohem Niveau zwar, aber eigentlich hat die Truppe das Potenzial auch zum letzten großen Wurf anzusetzen. Diese Saison unterschied sich zur Letzten. Bielefeld erspielte sich Punkte, auch in der Hinrunde, es schien so, als könnte der Titel erreicht werden. Doch wie es Rudorf auch anstellte, er bekam es einfach nicht hin eine Serie zu starten. Auf 2 gute, kam fast immer ein schlechtes Spiel. Und das reicht (noch) nicht. Auf ein neues in der nächsten Saison. Mit Rudorf ist zu rechnen.

Mit Vengels und den Rangers aus Schottlands größter Stadt, platziert sich eine weitere, Saison für Saison, besser aufgestellte Truppe auf Platz 4. Wieder wurde die Vorsaison bestätigt und eine insgesamt gute Leistung aufgerufen. Wäre da nicht eine richtig schlimme Krise zum Ende der Hinrunde geschehen, wer weiß, was den Rangers hätte gelingen können… Vengels hat sich nun endgültig etabliert und schon viele in der Liga das fürchten gelehrt. Ibrox ist zu einer gefürchteten Arena geworden. Auch hier ist ein heißer Kandidat für eine Herausforderung an Unger zu finden.

Atletico Madrid, Carsten Friedrich… Was für ein Klang. Friedrich brauchte die erste Saison zum stabilisieren. Doch in seiner unnachahmlichen Manier ist die Vorsicht der ersten Saison gewichen und die übliche Attacke gefahren worden. Der Lohn ist Platz 5 und die Rückkehr ins internationale Geschäft. Friedrich ist wieder daheim, nach mageren 9 Saisons. Und ich wage zu behaupten, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis er zu gefürchteter Stärke zurückfindet und letztendlich über allen anderen thront. Die Zeit ist reif, da sind sich zumindest die wahnsinnigen Fans der Madrilenen einig.

Tja, Herr Baier, was für eine vergurkte Saison. Was für eine Seuche, insbesondere zu Beginn der Saison. Kein Bein auf den Boden bekommen, eine peinliche Niederlage schlimmer als die zuvor… Die Abstiegssorgen waren zum Haareraufen! Was dürfte man froh sein, dass es letztendlich in einem guten Schlussspurt noch zu Platz 6 gereicht hat, für den Meister, Ajax. Und was wurde nicht alles unternommen um die Trendwende zu erzwingen. Selbst der Zeugwart hatte zwischendurch eine Lizenzspielererlaubnis. Nur eine einzige Maßnahme blieb aus: Der Anruf in Bremen, bei Startrainer Hamann. Das traute sich dann doch niemand. Platz 6 war zu wenig, da sind sich alle in Amsterdam einig. Und so steht Baier definitiv unter Beobachtung, es muss mehr werden als Platz 6 in der kommenden Saison.

Die Adler sind zurück. Alagün war der Mann der Hinrunde. Sensationell, mit erfrischendem Fußball, stürmte die Eintracht die Liga und manche rieben sich verwundert die Augen, ob Alagün ernsthaft Meister werden will. Wollte er nicht, hat er mir mal beim Drucken von Briefmarken in seinem Keller erzählt. Aber der Bluff war spitze. Die Eintracht hat sich zurückgemeldet, als stärkster Aufsteiger eine tolle Saison Spielzeit erlebt. Vielleicht geht mit einem volleren Torkonto in der nächsten Saison sogar mehr. Bin gespannt.

Auf Platz 8 finden wir direkt den nächsten Aufsteiger: Zeul. Dieser Zeul dürfte, wenn er so weitermacht, Namensgeber für eine künftige Nichtabstiegstaktik werden. Was war das für eine entsetzliche Akklimatisierungszeit in der Liga. Im Grunde war zum Ende der Hinrunde der Abstieg kaum noch zu verhindern. Aber eben nur „kaum“. Es waren derer zwölf Siege in der Rückrunde. Zum Vergleich: Nur Unger und Burger holten auch 12 Siege und jeweils insgesamt genau einen Punkt mehr in der Rückrunde als Zeul. Er kann es also doch… Wir werden also in der nächsten Saison wieder eine Wundertüte erleben dürfen.

Und irgendwas würde nicht stimmen, wenn der andere Zeul nicht weit weg wäre. Ist er auch nicht. Platz 9 für die Mainzer Spaßgesellschaft. Und endlich auch mal eine Saison ohne Ängste. Der Blick in Mainz ist in die Zukunft gerichtet. Was wird die nächste Saison bringen, abseits der Röhrenstahltribünen? Prognosen zu Zeuls sind so ähnlich wie das Wetter am 16. März 2012 vorherzusagen… Ich kann es nicht…

Die Cannstatter Jungs: Mensch, was sah das gut aus, 9 Spieltage vor Schluss. Und dann kam ein nicht zu erklärender Einbruch von 7 Niederlagen aus den verbliebenen Spielen… Die letzten Eindrücke sind zumeist diejenigen, die hängen bleiben, und so muss Hübner eine heiße Sommerpause durchstehen. Stuttgart ist erneut spürbar unter seinen Möglichkeiten geblieben. Ein wenig Ratlosigkeit war dann auch erkennbar, wenn Hübner in Interviews nach Spielende die Lage analysieren musste… Hoffnung macht die Tatsache, dass man weiß, dass Stuttgart anders kann. Und so wird die nächste Saison auch ein wenig die Tendenz erkennen lassen, ob die Schwaben den Umbruch schaffen…

Der Deutschen liebste Inseln Mallorca hat einen respektablen Fußballklub. Auch hier in Liga42 ist es Hoffmann schon frühzeitig gelungen, den Klassenerhalt gar nicht zum Thema werden zu lassen. Nun kann man sagen, er wäre der schlechteste der drei Aufsteiger. Das stimmt, wenn man die Platzierung ansieht. Aber ihm ist es gelungen, im Vergleich zu Alagün und Zeul eine weitgehend konstante Leistung abzuliefern. Und vor allem zu dem Zeitpunkt, als leise Zweifler am Klassenerhalt, ihre Wortmeldungen abgaben, punktgenau Leistung abzuliefern. Ende der Hinrunde und Anfang der Rückrunde ist der Klassenerhalt gefeiert worden. Perfekt, um in Ruhe weiterarbeiten zu können. Und so bleibt uns Hoffmann erhalten.

Am Zürisee herrscht im Großen und Ganzen Zufriedenheit. Man weiß, dass die Spitze noch weit entfernt ist und dementsprechend waren die Ziele knapp formuliert: Gleich oder besser als im Vorjahr. Und dieses Ziel ist erreicht worden. Die Hinrunde war gut, die Rückrunde noch ausreichend. Aber die Rückrunde gab Kritikern auch viel Nahrung. Der Schlendrian ist Wallners größter Feind, den es zu bekämpfen gilt, wenn künftig mehr drin sein soll. Es wartet also Arbeit. Aber dafür hat man Zeit in der beschaulichen Schweiz. Und vielleicht sorgt der Frankenkurs für die eine oder andere Spielerverpflichtung, die sonst nur im Budget von Real Madrid vermutet wird. ;)

Was für eine Schießbude hat Liverpool abgegeben… Unglaublich. Umso beeindruckender, dass trotzdem zu keinem Zeitpunkt das Abstiegsgespenst an der Anfield Road auftauchte. Verkehrte Welt also, wenn man die letzte Zittersaison ansieht, die mit einem einstelligen Platz abgeschlossen wurde. Beißmann weiß woran es liegt, kann nun gezielt daran arbeiten, dass 91 Gegentore nie wieder vorkommen. Wenn Beißmann das gelingt, dann wird Liverpool auch im nächsten Jahr keine Abstiegssorgen haben. Mehr ist heute noch Utopie.

Der Don… Man hatte eine ganze Saison das Gefühl, er wäre nur halbherzig dabei. Irgendwie fehlte der Ehrgeiz mehr schaffen zu wollen. Die Ursachensuche hält noch an. Heißeste Spur ist eine kleines Häuschen namens Bungo Bungo, in einem abgelegenen Tal, nahe des Gennargentu im zentralen Sardinien. Ob dieser Umstände ist man glücklich, dass in dieser Saison so früh Andere ihre Bewerbungsschreiben für die Abstiegsplätze verfasst haben. Noch einmal eine solche Saison wird Cagliari nicht überleben.

Von der Schippe gesprungen ist Gegenheimer… Aber was heißt das schon, hat er doch trotzdem seine Arbeitspapiere in der Hand. Gekündigt, wegen sportlichen Misserfolgs wird Malaga ohne seinen langjährigen Trainer in die Zukunft gehen. Die Saison ist schnell beschrieben. Nach dem 11. Spieltag gab es noch ganze 3 Siege. Nur die noch glückloseren Isländer, Nordschweizer und Mecklenburger wurden hinter sich gelassen. Und das letztendlich nur wegen des Traumstarts… Eine erstaunliche Wendung gab es jedoch im Fall Hamann, der sich unter Pseudonym für den Trainerposten bewarb. Man prüft nun doch die Bewerbung ernsthafter, insbesondere hinsichtlich der Befähigung eine Beflockungsmaschine bedienen zu können. Der Fanshop in Malaga braucht dort jemanden…

Blakowski ist der Erste der drei Unglücklichen. Schaffhausen spielte oft nicht schlecht, verlor häufig knapp mit hohem Einsatz und gewann meist hoch, wenn es mal klappte. Bezeichnend auch das 5:5 Unentschieden mit Hansa Rostock… Schaffhausen leistete sich keine nennenswerte extreme Schwächephase. Ein wenig hat man das Gefühl, dass dieser Abstieg surreal wäre… Eines ist er nicht: ein Beinbruch. In Schaffhausen konnte früh für die Liga 2 geplant werden, so dass schon kurz nach Ende der Saison eine sanfte Aufbruchstimmung entsteht. Diese wird zusätzlich getragen von der Aussicht auf ein neues kleines schmuckes Stadion. Und so geht das Leben weiter…

Schulz hatte das Problem, dass er sehr früh auf bestem Wege in eine erfolgreiche Saison schien. Der Start war vielversprechend, die Abstiegsränge schnell in weiter Ferne. Und so kam es, dass es zu lange dauerte, bis die immer mehr drohende Gefahr real wurde. Keine andere Mannschaft hat in den letzten 23 Spielen so schwach gepunktet wie die Isländer. 15 Punkte aus 23 Spielen… Dazu kommt noch eine Abwehr, die diesen Namen nicht verdient. Zumeist war Tag der offenen Tür… 95 Gegentore sind ein Wert, der sich gewaschen hat. Mit diesen Fakten ist die Konsequenz schmerzhaft eindeutig: Neuaufbau eine Etage tiefer. Das er das kann hat Schulz bewiesen. Auf ein Neues.

Hansa… Es stimmt was nicht: Wir liegen am Mittelmeer und es gibt kein Wasser darin. Wir sind des Winters in Grindelwald und es liegt kein Schnee. In München fällt das Oktoberfest aus und Meister bei Liga42 wird Hamann. Es stimmt einfach irgendetwas nicht. Rostock geht, als letzter Verein, der nie woanders spielte als in Liga 1. Eine Region trägt Trauer, eine Region steht aber auch dichter zusammen. Es gibt nur ein Ziel: Wiederaufstieg. Und dabei viel Erfolg, Dirk.

Ich wünsche Euch einen schönen Urlaub, danke Euch sehr für Eure fast immer pünktlichen und zuletzt besonders schnellen Torabgaben. Wer nicht mehr in der nächsten Saison setzen will, teile dies bitte schnellstmöglich mit, auch direkt an Matthias! Wer sich nicht meldet, der ist automatisch wieder dabei.

Haut rein, Micha

Quick: 1 - 2© mau 2020