3. Liga - Saison 2011 / 2

Und Meister ist...

Das war ein Finale! Den Redakteuren der Offiziellen Ligapostille stehen immer noch die Schweißtropfen auf der Stirn, der Puls sinkt nur langsam auf Normalniveau. Doch lest selbst…

Vor Runde 26 sah es wie folgt aus:

1. 1860 (48)
2. Celtic (45)
3. Fortuna (42)
4. Karlsruhe (41)
5. HSV (41)
.
.
.
12. Hajduk (29)
13. 1. FC Köln (28)
14. Alemannia (27)
15. Bayern (26)
16. Paderborn (25)

Erster gegen Letzter - 1860 gegen Paderborn - damit war klar, dass es eine dynamische Partie um den Sieg und gegen den Abstieg werden sollte – dachten wir alle, aber Paderborn konnte nicht und 1860 wollte nicht, ein sehr bescheidenes 0:0.

Ähnliche Ausgangslage beim Spiel Celtic gegen Hajduk, die einen um den Meistertitel, die anderen gegen den Abstieg: Hier sahen die Fans ein dynamisches, abwechslungsreiches Spiel: 2:1 nach der Halbzeit, die Heimfans von Hajyduk waren begeistert, doch dann kam es doch anders als die Kroaten dachten. Endstand: 2:4

Der auf Platz 3 liegenden Fortuna erging es im Duell auswärts gegen den SC Freiburg ganz schlecht – man konnte zwar 2 Tore erzielen, allerdings war nach dem 3:0 die Partie eigentlich schon vorbei und für die Freiburger entschieden.3:2 war auch der Endstand.

Karlsruhe (beim Abstiegskandidaten Alemannia Aachen) holte 3 Punkte (1:3) und der HSV schoss im Duell des Nordens 4 Mal ins Netz der Bremer, die trafen aber ebenso oft. (4:4)

Im Kampf gegen den Abstieg konnten die Bayern auswärts gegen VfL Wolfsburg mit 1:3 ihren leichten Aufwärtstrend fortsetzen.

Bleibt von den Abstiegskämpfern nur mehr der 1. FC Köln zu erwähnen. Gegen Aston Villa gab es auf der Insel eine knappe und mit dem Tor aus einem Elfer in der 88. Minute auch unglückliche Niederlage.

Vor Runde 27 hatten wir folgendes Bild:

1. 1860 (49)
2. Celtic (48)
3. Karlsruhe (44)
4. Fortuna (42)
5.SC Freiburg (42)
6. HSV (42)
.
.
.
12. Hajduk (29)
13. Bayern (29)
14. 1. FC Köln (28)
15. Alemannia (27)
16. Paderborn (26)

Der Tabellenführer 1860 also nur noch 1 Punkt vor dem verfolger und außerdem noch nicht fix oben, musste in den hohen Norden. Silkeborg IF forderte die 2. Mannschaft der Münchner gehörig. Ein offener Schlagabtausch, viele Torraumszenen und am Ende ein klarer Sieg für die Mannschaft von Trainer Hanno Land. 3:0!

Celtic hatte die Hammann Mannschaft Werder Bremen zu Gast. 45 Minuten Stillstand brachten sie Fans beider Lager an den Rand der Erschöpfung, da aber in der Halbzeitpause beide Trainer laute Worte fanden, sahen 45.000 eine spannende, attraktive Partie, die bis zum Ende 7 Tore brachte und 2:5 für die Gäste endete! Die nächste Überraschung!

Fortuna Düsseldorf gegen Wolfsburg brachte vor allem nach den Entwicklungen der Vorrunde Spannung mit sich. Trainer Gävert („Wir legen eine Schippe drauf“) gab sich kämpferisch und Wolfsburg-Trainer Lankenau forderte von seiner Mannschaft die Revanche für die 1:3 Hinspielniederlage. Die Zuseher sahen eine taktisch raffinierte Begegnung, die mit einem verdienten 2:1 endete.

Karlsruhe traf in einem der beiden Knüller dieser Runde auf das Team von Bastian Berger, den SC Freiburg . Die Karlsruher spielten offensiv, angriffslustig uns erfolgreich. Ein klares 4:0 war noch schmeichelhaft für die Gäste.

Und wieder einmal einen von ganz oben hatte Alemannia Aachen im Abstiegskampf zum Gegner. Der HSV - von Trainer Holger Richter sehr interessant eingestellt, kam gehörig unter die Räder (0:3) und Aachen-Trainer Torsten Lukas hat einen Tag weniger Grund für Sorgen.


Seine Kollegen im Duell gegen die letzten 3 Plätze bekamen es jeweils mit Gegner aus dem Mittelfeld zu tun. Die Bayern mussten nach Siegen: Siegen war dort auch die Devise, um sich langsam aber sicher auf einer weitere Saison in Liga 3 vorzubereiten. Das gelang auch mit einem 3:1 Auswärtserfolg. Wieder ein klarer Sieg für die die Bayern, die sich langsam an einen Platz unter den Nichtabsteigern zu gewöhnen scheinen.

Gäste von der Insel - Aston Villa - hatten die Paderborner unter (Noch?)-Trainer Michael Ameis. Für Ameis eine schwierige Begegnung wurde doch nach den Niederlagen der letzten Wochen, sein Kollege Gernot Schweigkofler mit einem Transparent der heimischen Fans begrüßt, auf dem in großen Lettern „Lieber mit Schweigi auf Platz 10, als mit Dir Letzter – Wir wollen Schweigi als Freund hinzufügen!“ zu lesen war. Es war eine sehr verkrampfte Partie, die denn auch die Spieler hinlegten – allerdings nur die Inselkicker. Mit einem 3:1 Sieg hielten sich die Paderborner im Rennen.

Im direkten Kellerduell trafen in Köln die Mittelmeerkicker von Hajduk auf die Karnevalstruppe des 1. FC Köln. Es war ein spielerisches Aufbäumen beider Teams zu sehen. 10.000 kroatische Fans bejubelten den Halbzeitstand von 0:1. Am Ende feierten die Fans in der lauen Sommernacht einen unglaublichen 5:1 Erfolg der Kölner!

Vor Runde 28 zeigte sich die Tabelle wie folgt:

1. 1860 (49)
2. Celtic (48)
3. Karlsruhe (47)
4. Fortuna (45)
5. SC Freiburg (42)
6. Silkeborg IF (42)
7. HSV (42)
.
.
.
12. Bayern (32)
13. 1. FC Köln (31)
14. Alemannia (30)
15. Hajduk (29)
16. Paderborn (29)

Unter den ersten 4 wird’s also enger und auch im Abstiegskampf ist noch alles offen.

1860 gegen Freiburg Erster gegen Fünfter. Die Münchner diesmal wieder mit den richtigen Spielern und mehr Konzentration auf dem Feld und so konnten sie einen 2:1 Heimsieg erringen und in jedem Fall die Tabellenführung verteidigen.

Aufmerksamkeit von allen Seiten war auch der Partie Paderborn gegen Celtic gewiss. Für die einen geht es noch um den Meistertitel und für die anderen geht es definitiv gegen den Abstieg. Am Ende hatten die Paderborner nicht nur das bessere Ende für sich sondern auch deutlich attraktiver gespielt. Mit dem 3:0 Sieg kann man mit erhobenen Kopf in die letzten beiden Runden starten.

Sportfreunde Siegen gegen Fortuna Düsseldorf brachte ein Duell zweier Heroen von Liga42, verfügen doch beide gemeinsam über die Erfahrung von 29 Saisonen. Nach alter Freundschaft sah das Match dann nicht aus, insgesamt gab es 11 gelbe und 3 rote Karten, so dass die Fortuna mit 9 und die Sportfreunde mit 10 Mann den Schlusspfiff erlebten. Ergebnis des kämpferischen Duells: 3:0 für Siegen – den Zuschauern war nicht klar, was zu diesen Aggressionen geführt hat. Mit ihrem Sieg und diesem Ergebnis steht damit 1860 München als erster Aufsteiger fest.

Der KSC bekam es im Aufstiegskampf mit dem Abstiegskandidaten Bayern München zu tun. In München wollte Trainer Michael Schneider seine Chancen auf die 2. Liga wahren und Johannes Meyer kämpfte überhaupt weiter um seinen Vertrag für die nächste Saison. Im Spiel war konnten die Karlsruher nichts Kämpferisches beitragen, ein mattes Geschiebe – vor allem im Mittelfeld, traf auf neuen Münchner Offensivgeist. Ein erstaunlicher 5:0 Sieg der Bayern hat diese 2 Runden vor Schluss wohl gerettet.

Wieder einmal gegen einen Kellerkämpfer ging es für Celtic Galsgow. Diesmal waren sie bei den Kickern von Alemannia Aachen zu Gast und das größte Problem für deren Trainer Torsten Lukas war die Spieler von Transferverhandlungen mit einem Scout der Evo-Stik League First Division North - die 8(!) englische Spielklasse - abzuhalten. Der Konzentration der Spieler taten diese Verhandlungen aber keinen Abbruch, sie spielten groß auf und gewannen 3:0. Celtic damit wieder 4 Punkte hinter den 60ern auf Platz 2.

Bleibt noch Wolfsburg gegen Köln - die Kölner kamen mit viel Selkbstvertrauen aus dem letzten Spiel auf´s Feld und gingen als geknickte Elf in die Kabine: 3:0 für die in jeder hinsicht klar überlegenen Gastgeber.

2 Runden vor Schluss ergibt sich daraus folgender Zwischenstand:

1. 1860 (52) AUFSTEIGER
2. Celtic (48)
3. Karlsruhe (47)
4. Fortuna (45)
5. Silkeborg (45)
.
.
.
12. Bayern (35)
13. Paderborn (32)
14. 1. FC Köln (31)
15. Alemannia (30)
16. Hajduk (29)

2 Knüllerspiele standen an diesem Spieltag an:

Ganz oben trafen Fortuna Düsseldorf und 1860 München aufeinander. Der Heimvorteil war durch das ausverkaufte Stadion mehr als deutlich zu spüren, den 60ern waren die ersten Feiern zumindest optisch vor dem Spiel deutlich anzusehen. Auch im Spiel spiegelte sich das wider. Phasenweise spielten die Münchner gut mit, aber am Ende gingen die Gastgeber mit einem 3:2 Erfolg unter die Dusche.

Ganz unten trafen Alemannia Aachen und Hajduk Split aufeinander. Und obwohl es „nur“ gegen den Abstieg ging schienen alle Kroaten Deutschlands nach Aachen zu pilgern. Südländische Stimmung, trotz Spannung freundliches Miteinander vor dem Spiel. Die Trainer leisteten ihren Beitrag zur friedlichen Stimmung und trafen sich vor Anpfiff im Mittelkreis um auf ein „gutes Fußballspiel“ anzustoßen. Dem Alkohol nicht ganz abgeneigt waren offenbar auch die Spiele von Hajduk, denn diesen gelang an diesem Tag gar nichts – 0:3. Damit Hajduk Tabellenschlusslicht und als erster Absteiger fix und Aachen immer noch in den Abstiegsrängen.

Im Keller kam es in dieser Runde auch noch zum inoffiziellen Knüller zwischen Paderborn und dem 1. FC Köln. die Kölner Heimspiellaune war wieder zu sehen, ein Spaziergang zum 4:0 Pausenstand und danach ein sicher nach Hause gespieltes 4:2 Der aktuelle Stand der Liga damit: Köln bleibt, Aachen geht.

Spannung versprach auch das Duell HSV gegen Bayern München. Unter Trainer Holger Richter beenden die Hamburger mit einem knappen 3:2 Sieg die Serie der Münchner.

Aus der Spitzengruppe fehlt damit nur noch der KSC. In Karlsruhe waren die Sportfreunde zu Gast und die Karlsruher ließen nichts anbrennen. Mit einer soliden Leistung in Sturm und Abwehr (Endstand 4:1) hielten sich die Karlsruher auf Platz 3und damit in den Aufstiegsrängen.

Aktueller Stand vor der Schlussrunde:

1. 1860 (52) AUFSTEIGER
2. Celtic (51)
3. Karlsruhe (50)
4. Düsseldorf (48)
.
.
.
15. Bayern (35)
13. 1. FC Köln (34)
14. Alemannia (33)
16. Paderborn (32)
12. Hajduk (29) ABSTEIGER

Damit ist ja einiges schon klar:

Hier die Kurzberichte der verbliebenen Schlagerpartien:

Erst der Blick in den Keller:

Paderborn traf auswärts auf den Fixabsteiger Split. Dort gelang ein 2:4 Auswärtssieg – den eigenen Beitrag zum Klassenerhalt hatte man also geleistet. Aber diesen Beitrag leistete auch Alemannia Aachen und mit dem 3:0 Sieg gegen Glasgow kürte man außerdem die 60er endgültig zum Meister.

Bleiben wir aber noch im Abstiegskampf – das war ja noch der 1. FC Köln im Rennen. Mit einem wirklich unglücklichen Elfmetertor in der 92. Minute (erst ein falscher Pfiff und dann von der Latte ins Tor) verloren die Kölner und rutschten so auf Platz 15 – Abstieg und Entsetzen in Köln, Trainer Marco Höpfner in der ersten Saison herb geschlagen. Wird er zurückkehren?

Die Bayern waren ja auch noch im Kampf dabei und waren lange Zeit unter den Absteigern – nicht nur in während der Saison, sondern auch an diesem Spieltag. Die Mannschaft wurde nach Strich und Faden vom Stadtrivalen vorgeführt. 0:2 zur Halbzeit, 0:4 nach 90 Minuten… und dann 90 + 3 Dilettantenfehler des Torhüter von 1860 - im Übrigen der Schwiegersohn von Bayerntrainer Johannes Meyer und Endstand 4:1. Warum das eine Erwähnung wert ist? Seht selbst!

Wie sieht es am Ende unten also aus?

13. Bayern München (35) -12 Tore
14. SC Paderborn 07 (35) -13 Tore ABSTEIGER
15. 1. FC Köln (34) ABSTEIGER
16. Hajduk Split (29) ABSTEIGER

Und am oberen Ende? Da ging es ja noch um die Plätze 2-4.

Was wissen wir schon? Celtic verliert, 1860 gewinnt - es fehlen also Karlsruhe und Düsseldorf und die beiden trafen im direkten Duell aufeinander.

Nur ein Sieg für die Fortuna bringt sie und Trainer Frank Gävert in die Aufstiegsränge.
Fortuna startet mit dem Heimvorteil. 10. Minute 1:0, dann wird der KSC stärker, Weitschuss in der 44. Minute – Ausgleich 1:1
Eine Offensivwelle der Düsseldorfer jagt die nächste, der KSC setz auf Konter – 57. Minute 1:2; die Gävert - Jungs stecken nicht auf, angestachelt von den Fans geben sie alles und in der 80 Minute gelingt der hochverdiente Ausgleich. Weiter geht es mit den Angriffswellen, Riesenchancen im Minutentakt, Gävert lässt ab Minute 88. Sogar den Tormann stürmen…
Und es kommt wie es kommen musste – ein schnelle Konter der Mannen von Michael Schneider - das Leder zappelt im Netz 2:3!!

Schneider und der KSC oben und Gävert mit Fortuna Düsseldorf wieder einmal mit leeren Händen und auch nächstes Jahr in Liga3.

1. 1860 (55) AUFSTEIGER
2. Karlsruhe (53) AUFSTEIGER
3. Celtic (51) AUFSTEIGER
4. Düsseldorf (48)

Die Saison ist vorbei, alle Tore geschossen und wir kennen die Auf- und Absteiger…

Der angekündigte Sonderbericht über das Lebenswerk von Frank Gävert entfällt aus gegebenen Anlass… und die Redaktion erspart sich den Kommentar über die eigene Prognose…

Ich wünsche Euch allen eine heiße Sommerpause und freue mich auf die 3. Saison.

Liebe Grüße vom LL
Dieter

Quick: 1 - 2© mau 2020